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Der September ist typischerweise ein schwächerer Börsenmonat – so auch in diesem Jahr. Die globalen Aktienmärkte zeigen sich im bisherigen Monatsverlauf weitgehend impulslos. Das liegt aber nicht nur an saisonalen Gründen, sondern an einer Reihe eng miteinander verknüpfter Belastungsfaktoren.
Der Irankonflikt ist erneut eskaliert und hat sich inzwischen auch auf die Meerenge Bab al-Mandab ausgeweitet. Damit gerät eine wichtige Ausweichroute für den globalen Energietransport immer stärker unter Druck. Der Rohölpreis ist daher deutlich gestiegen und raffinierte Energieprodukte wie Diesel und Benzin sind sogar so teuer wie nie zuvor. Was Rohstoffinvestoren und breit diversifizierten Multi-Asset-Portfolios zusätzliche Rendite beschert, belastet gleichzeitig sowohl die Aktien- als auch die Anleihemärkte.
Der aus den erhöhten Energiepreisen resultierende Inflationsdruck treibt die ohnehin hohen Anleiherenditen weiter nach oben. Besonders betroffen sind die global maßgeblichen US-Staatsanleihen. Damit verteuert sich letztlich US-Dollar-Liquidität – gewissermaßen der „Schmierstoff“ der globalen Finanzmärkte. Zugleich hat die anhaltend hohe Inflation zuletzt mehrere Notenbanken dazu veranlasst, ihre Leitzinsen anzuheben, wodurch auch die kurzlaufenden Marktzinsen angestiegen sind.
Hinzu kommt, dass viele Zulieferer der KI-Branche zuletzt unter Druck gerieten – und mit ihnen zeitweise der KI-Boom insgesamt. Forderungen nach einer langsameren Entwicklung besonders leistungsfähiger Modelle, strengeren Sicherheitsstandards und einer stärkeren Regulierung belasteten den Sektor. Dennoch: Größere Korrekturen an den Märkten sind bislang ausgeblieben. Die bemerkenswerte Widerstandskraft wird vor allem durch das weiterhin robuste makroökonomische Umfeld und stabile Gewinnaussichten gestützt. Zudem spricht einiges dafür, dass die Rentenmärkte überverkauft sind beziehungsweise der jüngste Renditeanstieg zu schnell und zu weit gegangen ist. Kurz- bis mittelfristig erscheint daher eine Gegenbewegung bei den Anleiherenditen immer wahrscheinlicher. Anleger sollten nicht davon ausgehen, dass der Zinsdruck in gleichem Maße anhält.
Auch bei der Debatte um KI-Sicherheit lohnt sich ein differenzierter Blick. Es bleibt abzuwarten, wie ernst die Forderungen führender KI-Entwickler nach stärkerer Regulierung tatsächlich gemeint sind und inwiefern strategische Interessen eine Rolle spielen: Höhere regulatorische Anforderungen würden die Eintrittsbarrieren für neue Wettbewerber erhöhen und könnten damit die Marktstellung der zwei (!) bereits etablierten Anbieter Anthropic und OpenAI zusätzlich festigen. Zugleich lässt sich nicht ausschließen, dass sie die Risiken und außergewöhnlichen Fähigkeiten leistungsstarker Modelle auch zu Marketingzwecken betonen – nicht zuletzt, um ihre technologische Führungsposition zu untermauern und damit ihre hohen Bewertungen im Vorfeld möglicher Börsengänge zu rechtfertigen.
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