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„Physical AI“: Intelligente Robotik wird zur strategischen Schlüsseltechnologie

Bad Homburg, 03.09.2026
  • Verschmelzung von Künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik erzeugt neuen Megatrend
  • Dynamik bei Humanoiden Robotern verdeutlicht radikale Umwälzung der Automatisierung
  • Schnelle Integration KI-basierter Robotik wird zum entscheidenden Macht- und Standortfaktor
  • FERI Cognitive Finance Institute analysiert mit Fraunhofer IPA in neuer Studie aktuelle Szenarien und Zukunftstrends bei Robotik 

Robotik steht vor dem nächsten großen Entwicklungsschritt: Mit „Physical AI“ erwächst aus der Verbindung von KI und Robotern eine neue Generation intelligenter Systeme, die ihre Umgebung wahrnehmen, aus Erfahrungen lernen und eigenständig Entscheidungen treffen können. Symbolhaft stehen dafür Roboter mit menschenähnlichen Eigenschaften, sogenannte „Humanoide“. Eine neue Studie des FERI Cognitive Finance Institute in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA untersucht diese technologische Disruption sowie ihre weitreichenden Auswirkungen auf Wirtschaft, Wertschöpfungsketten und Investments. „Wir sehen den Beginn einer rapiden Transformation der Robotik, die weltweit enorme Konsequenzen nach sich ziehen wird“, erklärt dazu Dr. Heinz-Werner Rapp, Gründer und Leiter der Bad Homburger Denkfabrik.

Humanoide scheinen spektakulär – sind aber nur die Spitze des Eisbergs 

Humanoide Roboter zielen primär auf Anwendungen in Service, Pflege oder Prozessautomation. Sie sind dabei aber nur die sichtbarste Ausprägung eines deutlich größeren Trends: Die eigentliche Robotik-Revolution vollzieht sich tiefer in der Wertschöpfungskette, bei Halbleitern, Software, Sensorik, KI-Modellen, Recheninfrastrukturen und Simulationsumgebungen. Während Industrierobotik bereits ein etablierter Massenmarkt ist und Servicerobotik insbesondere in Logistik und Gesundheitswesen stark expandiert, befindet sich humanoide Robotik noch in einer frühen Phase. „Im Jahr 2025 ist eine Rekordsumme von rund 6,1 Milliarden US-Dollar an Venture Capital in die humanoide Robotik geflossen. Allerdings ging der Großteil des Geldes in die Forschung, da ein etablierter Massenmarkt derzeit noch fehlt“, erläutert Rapp. 

Demografischer Wandel und ökonomischer Druck treiben Automatisierung 

Wichtige Treiber der Entwicklung sind massive Fortschritte bei KI, Sensorik und technologischer Integration. Zusätzlich wirken jedoch auch strukturelle Faktoren: „In alternden Gesellschaften erzeugt der demografische Wandel bei Fach- und Arbeitskräften starken Substitutionsdruck“, so Rapp. Hinzu kommt verschärfter globaler Wettbewerb, speziell aus China, der primär über Prozesseffizienz geführt wird. Aktuelle Beispiele sind „Dark Factories“, die nahezu ohne menschliche Eingriffe rund um die Uhr produzieren. Die Total Costs of Ownership für Industrieroboter sinken laufend – im Gegensatz zu steigenden Lohn- und Lohnnebenkosten. Rapp verdeutlicht: „Diese Kräfte erzwingen weltweit massive Investitionen in Automatisierung. Robotik wird so letztlich zur unverzichtbaren Säule gesellschaftlicher Souveränität und Existenzsicherung.“

Deutschland hat starke Voraussetzungen – aber Nachholbedarf im globalen Wettbewerb

Vor diesem Hintergrund verschärft sich auch die globale Wettbewerbsdynamik: Während China eine klare Strategie zum Ausbau seiner Industrierobotik verfolgt, nutzen die USA ihre Stärken bei KI-Software, Risiko-Kapital und Plattformökonomie. Europa und insbesondere Deutschland besitzen industrielle Expertise, spezifisches Know-how sowie eine exzellente Forschungslandschaft, müssen jedoch bürokratische Barrieren abbauen und attraktive Leistungsangebote deutlich schneller skalieren. 

Chancen für Unternehmer und professionelle Investoren 

Die enorme Dynamik im Bereich „Physical AI & Robotik“ verspricht schnelle Entwicklungssprünge mit einer Vielzahl spezifischer Opportunitäten. Unternehmer und professionelle Investoren sollten das Thema eng beobachten und laufend bewerten, dabei aber auch die internationale Wettbewerbsdynamik im Blick behalten. Aktuell resultiert jedoch ein asymmetrisches Chancen-Risiko-Profil: Direkte Investitionen in einzelne Robotikanbieter können mit hohen technologischen Risiken verbunden sein. Deutlich robuster erscheinen die vorgelagerten Wertschöpfungsstufen. Rapp betont: „Ganz gleich, welches spezifische Robotersystem sich durchsetzt – Zulieferer für Sensorsysteme, Simulationssoftware und KI-Infrastruktur profitieren in jedem Fall.“ 

Die aktuelle Studie „KI meets Robotik: Physical AI, Humanoide Roboter und die Zukunft der Automatisierung“ des FERI Cognitive Finance Institute entstand in Zusammenarbeit mit Experten des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA. Die Analyse steht zum Download auf dieser Seite zur Verfügung.



Pressekontakt

Julia Kramer

Head of Communications & Spokesperson

Rathausplatz 8-10

61348 Bad Homburg