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Markets Update Januar 2026 - USA: Unternehmen top - US-Dollar als Renditerisiko

Bad Homburg, 27.01.2026
von Dr. Eduard Baitinger
  • Grönland, Iran und Venezuela im Fokus: Märkte trotzen geopolitischen Unsicherheiten
  • Steigende Zinsen in Japan: kurzfristige Schuldenkrise unwahrscheinlich
  • Stabilität an den Märkten: steigende Unternehmensgewinne, kaum Rezessionsrisiken

Auch 2026 scheint zu gelten: Mit Donald Trump wird es nie langweilig. Selten war ein Jahresauftakt derart turbulent. Die zuletzt dominierenden Risiken waren dabei primär geopolitischer Natur – und stark durch das Handeln und die Rhetorik des US-Präsidenten geprägt. Die US-Intervention in Venezuela, die von Drohungen eines militärischen Eingreifens der USA begleiteten Proteste im Iran sowie der Streit um Grönland – inklusive kurzlebiger Zolldrohungen gegenüber Europa – sorgten für erhebliche Verunsicherung an den Märkten.

Wie entwickelt sich der US-Dollar?

Blickt man auf das übergeordnete Bild, zeigt sich seit Trumps Amtsantritt eine relative Schwäche von US-Aktien gegenüber dem globalen Aktienmarkt, sofern die Effekte der US-Dollar-Abwertung berücksichtigt werden. Der sogenannte „Sell America“-Trade hat damit auf strategischer Ebene weiterhin Bestand. Dies stellt jedoch weniger ein Misstrauensvotum gegenüber US-Unternehmen dar. Im Gegenteil: In US-Währung betrachtet dürften sich Aktien aus den Vereinigten Staaten angesichts hoher Managementqualität, struktureller Wettbewerbsvorteile und überdurchschnittlicher Profitabilität weiterhin solide entwickeln. Die wachsenden Fragezeichen betreffen vielmehr die Währungsseite: Die Trump-Administration macht keinen Hehl daraus, dass sie einen schwächeren US-Dollar bevorzugt und untergräbt regelmäßig das Vertrauen in den Greenback. Dennoch bleibt die US-Währung überbewertet. Das macht sie empfindlich gegenüber einem weiter zunehmenden Vertrauensentzug internationaler Investoren. Ein aktives US-Dollar-Management bleibt für globale Anleger daher auch in diesem Jahr unerlässlich.

Droht eine Fiskalkrise in Japan?

In Japan hat der durch die ausgeprägte Ausgabenfreude der neuen Regierung begünstigte Zinsanstieg die Diskussion über die Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen neu entfacht. Hintergrund ist die mit Abstand höchste Staatsverschuldung unter den Industrieländern: Sie liegt in Japan deutlich über 200 Prozent der Wirtschaftsleistung. Angesichts steigender Renditen mehren sich daher die Sorgen, dass künftig stark zunehmende Zinsausgaben eine Schuldenkrise auslösen. Diese Befürchtungen erscheinen kurzfristig jedoch übertrieben. In den vergangenen Jahrzehnten konnte sich der japanische Staat zu extrem niedrigen Zinsen verschulden. Ein Großteil des Schuldenbestands ist daher weiterhin sehr günstig finanziert. Entsprechend liegt der Anteil der Zinszahlungen sowohl am Fiskalbudget als auch an der Wirtschaftsleistung bislang noch in einem tragfähigen Bereich. Gleichwohl ist die aktuelle Entwicklung auf Sicht der kommenden Jahre nicht nachhaltig. Sollte sich der Zinsanstieg verfestigen, würde der fiskalische Spielraum Japans längerfristig spürbar eingeschränkt und der Ruf nach massiven Interventionen der japanischen Notenbank lauter. Eine akute Fiskalkrise ist damit zwar nicht absehbar, die strukturelle Verwundbarkeit der öffentlichen Finanzen nimmt jedoch zu.

Dank robuster Fundamentaldaten: Märkte trotzen den Störfaktoren

Trotz aller vornehmlich geopolitischen Turbulenzen entwickelten sich die Börsen zu Jahresbeginn insgesamt robust. Dabei spielte neben einem gewissen Gewöhnungseffekt die inzwischen verbreitete Erwartung des sogenannten TACO-Phänomens („Trump Always Chickens Out“) eine Rolle, demzufolge der US-Präsident nach großen Drohgebärden am Ende sowieso zurückrudert. Darüber hinaus rechtfertigt der nüchterne Blick auf die Fundamentaldaten die Marktstabilität: Die Unternehmensgewinne bleiben auf Wachstumskurs, während Rezessionsrisiken derzeit kaum zu sehen sind. Die US-Wirtschaft dürfte mit einem soliden positiven Momentum ins Jahr gestartet sein. In Europa sollten in den kommenden Quartalen die Effekte der fiskalischen Impulse spürbar werden. Daher erscheint auch künftig ein sachlicher Fokus auf die fundamentalen Rahmenbedingungen sinnvoll – und eine gewisse Gelassenheit gegenüber den regelmäßigen politischen Schlagzeilen aus Washington.


Über Dr. Eduard Baitinger

Dr. Eduard Baitinger ist seit 2015 Leiter Asset Allocation der FERI AG. Unter der Gesamtverantwortung des CIO der FERI Gruppe, Dr. Marcel V. Lähn, ist Dr. Baitinger für die quantitative Asset Allocation im CIO Office und diverse Publikationen zur Einschätzung der internationalen Finanzmärkte verantwortlich.

Vor seiner Tätigkeit bei FERI war Dr. Baitinger wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bremen und Finanzanalyst bei einem Asset Manager. 2010 schloss er sein Studium an der Universität Bremen, begleitet von einem Auslandsaufenthalt in New York, als Diplom Ökonom ab. 2014 promovierte Eduard Baitinger mit Auszeichnung über neue Ansätze für das quantitative Asset Management. Dr. Baitinger publiziert regelmäßig in akademischen Fachzeitschriften und fungiert als akademischer Gutachter.

Über FERI

Die FERI Gruppe mit Hauptsitz in Bad Homburg wurde 1987 gegründet und hat sich zu einem der führenden Multi Asset-Investmenthäuser im deutschsprachigen Raum entwickelt. Für institutionelle Investoren, Familienvermögen und Stiftungen bietet FERI maßgeschneiderte Lösungen in den Geschäftsfeldern:

Das 2016 gegründete FERI Cognitive Finance Institute agiert innerhalb der FERI Gruppe als strategisches Forschungszentrum und kreative Denkfabrik, mit klarem Fokus auf innovative Analysen und Methodenentwicklung für langfristige Aspekte von Wirtschafts- und Kapitalmarktforschung.

Derzeit betreut FERI zusammen mit MLP ein Vermögen von 64,2 Mrd. Euro, darunter ca. 18,6 Mrd. Euro Alternative Investments. Die FERI Gruppe unterhält neben dem Hauptsitz in Bad Homburg weitere Standorte in Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München, Luxemburg, Wien und Zürich.



Pressekontakt

Marcel Renné

Vorsitzender des Vorstandes & CEO

Rathausplatz 8-10

61348 Bad Homburg

Dr. Eduard Baitinger