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FERI Economics Update: Oktober 2019 – Handelskrieg USA – China: Nachhaltige Lösung nicht in Sicht?

Bad Homburg, 01.10.2019
von Axel D. Angermann, FERI AG
  • Strafzölle belasten zunehmend die USA selbst
  • Interesse Trumps an Wiederwahl spricht gegen weitere Eskalation
  • Weltwirtschaft spürt Folgen des Handelskonflikts

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China hält seit nunmehr anderthalb Jahren die Weltwirtschaft in Atem. Bezeichnend für den Konflikt ist ein ständiges Hin und Her, das es auch professionellen Beobachtern schwer macht, den weiteren Gang der Dinge zu prognostizieren: Anfang des Jahres schien es so, als ob der Streit mit einem Abkommen noch im Frühjahr beigelegt würde. Dieser Optimismus wich jedoch zunehmender Ernüchterung und schlug im Sommer angesichts immer neuer Zollankündigungen Trumps in große Sorgen vor einer nahenden Rezession um. Nun sieht es wieder nach einer Entspannung aus: Der Umfang der Importe aus China in die USA, auf die seit September Zölle erhoben werden, wurde von 300 Milliarden Dollar auf etwa 140 Milliarden Dollar reduziert, das Inkrafttreten der Zölle auf die verbleibenden 160 Milliarden Dollar Handelsvolumen auf Dezember verschoben, und vor allem wird es Anfang Oktober wieder direkte Gespräche zwischen beiden Seiten geben.

Kollateralschäden für die Weltwirtschaft

Zu welchem Ergebnis die Wiederaufnahme der Verhandlungen führen werden, ist dabei völlig offen. Trump will China mit Strafzöllen zu einem umfassenden Handelsabkommen bewegen. Dieses Motiv spricht grundsätzlich auch weiterhin für eine harte Verhandlungslinie der Vereinigten Staaten. Doch mittlerweile zeigen die handelspolitischen Restriktionen (zu denen neben Zöllen auch direkte Sanktionen gegen einzelne Unternehmen wie Huawei gehören) Risiken und Nebenwirkungen auch für den Welthandel und die US-Wirtschaft selbst.

Eine Studie der Fed ergab jüngst, dass der Handelskrieg bislang die globale Wirtschaftsleistung um 0,8 Prozent nach unten gedrückt und die Stimmungslage in der US-Wirtschaft verschlechtert habe. Dies sind keine guten Nachrichten für einen US-Präsidenten, der seine Wiederwahl über alles stellt. Trump kann kein Interesse daran haben, dass die Eskalation des Konflikts auf die US-Wirtschaft durchschlägt oder gar zu einer Rezession führt. Genau dies würde aber immer wahrscheinlicher, wenn nun auch in großem Umfang Konsumgüter mit Zöllen belegt und damit in den USA spürbar teurer würden, oder wenn die amerikanischen Farmer weiterhin in China wegen der Gegenmaßnahmen der dortigen Regierung keinen Absatzmarkt für ihre Produkte mehr fänden. Hinter den Deeskalationssignalen aus Washington steckt also vor allem das Eigeninteresse der Regierung an ihrer Wiederwahl. Andererseits bleibt die grundsätzliche Rivalität der beiden Supermächte bestehen. Die US-Seite wird deshalb weiterhin auf substanziellen Zugeständnissen Chinas in Fragen der Marktöffnung und des Schutzes von Eigentumsrechten bestehen. Umgekehrt könnte die chinesische Seite darauf spekulieren, die Verhandlungen so lange hinauszuzögern, bis sie ab 2021 mit einem demokratischen Präsidenten vielleicht einen nachgiebigeren Verhandlungspartner vor sich hat.

Unsicherheiten bleiben bestehen

Das wahrscheinliche Ergebnis besteht darin, dass beide Seiten eine zu starke Eskalation der Auseinandersetzung vermeiden werden, gleichzeitig aber eine umfassende und nachhaltige Entspannung des Konflikts nicht zu erwarten ist. Die neue Gesprächsrunde wird also möglicherweise eine gewisse Annäherung mit sich bringen, sodass auf weitere Zollerhöhungen vorerst verzichtet werden kann. Sie werden aber mit hoher Wahrscheinlichkeit keine umfassende Einigung bringen. Für die Weltwirtschaft folgt daraus zum einen, dass die Gefahr einer unmittelbar bevorstehenden Rezession begrenzt ist. Zum anderen kann aber mit einem neuen, kräftigen Aufschwung der Weltwirtschaft nicht gerechnet werden, und die Unsicherheiten bleiben erheblich.


Über Axel D. Angermann

Axel D. Angermann analysiert als Chef-Volkswirt der FERI Gruppe die konjunkturellen und strukturellen Entwicklungen aller für die Asset Allocation wesentlichen Märkte. Diese Daten bilden die Grundlage für die strategische Ausrichtung der Vermögensanlagen der FERI.

Angermann verantwortet seit 2008 die von FERI erstellten Analysen und Prognosen für die Gesamtwirtschaft sowie einzelne Branchen. 2002 trat er als Branchenanalyst in das Unternehmen ein. Seine berufliche Karriere begann beim Max-Planck-Institut für Ökonomie und beim Verband der chemischen Industrie. Angermann studierte Volkswirtschaftslehre in Berlin und Bayreuth.

Über FERI AG

Die FERI Gruppe mit Hauptsitz in Bad Homburg wurde 1987 gegründet und hat sich zu einem der führenden Investmenthäuser im deutschsprachigen Raum entwickelt. Für institutionelle Investoren, Familienvermögen und Stiftungen bietet FERI maßgeschneiderte Lösungen in den Geschäftsfeldern:

  • Investment Research: Volkswirtschaftliche Prognosen & Asset Allocation-Analysen
  • Investment Management: Institutionelles Asset Management & Private Vermögensverwaltung
  • Investment Consulting: Beratung von institutionellen Investoren & Family Office-Dienstleistungen

Das 2016 gegründete FERI Cognitive Finance Institute agiert innerhalb der FERI Gruppe als strategisches Forschungszentrum und kreative Denkfabrik, mit klarem Fokus auf innovative Analysen und Methodenentwicklung für langfristige Aspekte von Wirtschafts- und Kapitalmarktforschung.

Derzeit betreut FERI zusammen mit MLP ein Vermögen von 37 Mrd. Euro, darunter 8 Mrd. Euro Alternative Investments. Die FERI Gruppe unterhält neben dem Hauptsitz in Bad Homburg weitere Büros in Düsseldorf, Hamburg, München, Luxemburg, Wien und Zürich.



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