m
Zu Feri in:
myFERI Economics Portal

Pressemitteilung: „EZB verliert unter Draghi jede Bodenhaftung“

Bad Homburg, 19.06.2019
von FERI AG
  • EZB-Konferenz in Sintra wirbt für geldpolitischen „Overkill“
  • Draghi-Aussagen demonstrieren Hilflosigkeit der Geldpolitik
  • Massive monetäre Verwässerung der Euro-Zone droht

Die diesjährige Konferenz der EZB im portugiesischen Sintra begann mit einer Überraschung: Kurz vor seinem Amtsende kündigte EZB-Chef Draghi eine dramatische Umkehr der EZB-Politik an. Draghi unterstrich in seiner Rede die uneingeschränkte Bereitschaft der EZB, im Falle weiterer Konjunkturschwäche der Euro-Zone zu einer Politik massiver Wertpapierkäufe zurückzukehren und auch noch tiefere Negativzinsen in Betracht zu ziehen. Statt geldpolitischem Small Talk präsentierte Draghi damit – einmal mehr – einen „whatever it takes“-Moment. Eine Kehrtwende, die viele Fragen aufwirft und Kritik provoziert. „Die EZB verliert sich immer mehr in einer Scheinrealität, die für jedes Problem nur eine Antwort hat: Geld zu drucken und so eine massive monetäre Verwässerung des gesamten Finanzsystems voranzutreiben“, so die Einschätzung von Dr. Heinz-Werner Rapp, Vorstand und Chief Investment Officer bei FERI.

EZB mit massivem Glaubwürdigkeitsproblem

Für viele Beobachter sei zwar längst klar gewesen, dass die EZB ihren seit 2018 angekündigten Kurs einer geldpolitischen Normalisierung nicht lange würde durchhalten können. „Die EZB befand sich damit klar im Widerspruch zum schon damals erkennbaren konjunkturellen Abschwächungszyklus“, erläutert Rapp. Auch das von der EZB stets vertretene Inflationsziel von 2 Prozent sei im aktuellen weltwirtschaftlichen Umfeld stets unrealistisch gewesen. Dennoch sei das im Dezember 2018 eingeleitete Ende der massiven Wertpapierkäufe („Q.E.“-Programm) bislang relativ sicher erschienen, da die EZB sonst ihre eigenen Regeln hätte brechen müssen. 

Geldpolitischer Overkill der EZB

Durch die neuen Aussagen von Draghi werde nun jedoch erneut eine massive Kehrtwende der EZB eingeleitet, die sogar bislang „unumstößliche“ Regeln infrage stellt. Schon die Aussage, man könne bisherige Höchstquoten für den Ankauf von Staatsanleihen nun plötzlich außer Kraft setzen, sei bizarr und widerspreche allen bisherigen Aussagen der EZB. „Die EZB verliert unter Draghi nicht nur ihre Glaubwürdigkeit, sondern auch jedes vernünftige Maß. Sie bereitet einen geldpolitischen ‚Overkill‘ vor, ohne auch nur ansatzweise die Wirksamkeit und Risiken ihrer bisherigen Politik zu hinterfragen.“, kritisiert Rapp. 

Monetäre Verwässerung als Fata Morgana 

Die EZB gleiche mit ihrer erneuten Politikwende einem schlechten Arzt, der seinen Patienten nicht heilen könne. „Das Motto der EZB scheint zu sein: die Q.E.-Medizin hat nicht geholfen, deshalb also noch mehr Q.E.-Medizin.“, so Rapp. Die EZB reihe sich damit ein in den aktuellen Zeitgeist, der das Drucken von Geld als Mittel zur Lösung realwirtschaftlicher Probleme betrachte. „Diese Idee ist aber nur eine Fata Morgana und bewirkt nichts als monetäre Verwässerung und langfristige Zerrüttung ganzer Finanzsysteme.“, verdeutlicht Rapp. Dennoch werde dieser Weg global immer stärker beschritten. Dies zeige sich in der Popularität „alternativer“ geldpolitischer Konzepte, wie zuletzt in den USA mit der „Modern Monetary Theory“. „Der neue Weg vieler Regierungen und Notenbanken, ihre Probleme durch immer massivere Geldschöpfung lösen zu wollen, ist gefährlich und sollte Investoren und Vermögensinhaber beunruhigen“, warnt Rapp. Sachwertorientierte Anlagestrategien seien in einem derartigen Umfeld prinzipiell zu favorisieren.


Über FERI AG

Die FERI Gruppe mit Hauptsitz in Bad Homburg wurde 1987 gegründet und hat sich zu einem der führenden Investmenthäuser im deutschsprachigen Raum entwickelt. Für institutionelle Investoren, Familienvermögen und Stiftungen bietet FERI maßgeschneiderte Lösungen in den Geschäftsfeldern:

  • Investment Research: Volkswirtschaftliche Prognosen & Asset Allocation-Analysen
  • Investment Management: Institutionelles Asset Management & Private Vermögensverwaltung
  • Investment Consulting: Beratung von institutionellen Investoren & Family Office-Dienstleistungen

Das 2016 gegründete FERI Cognitive Finance Institute agiert innerhalb der FERI Gruppe als strategisches Forschungszentrum und kreative Denkfabrik, mit klarem Fokus auf innovative Analysen und Methodenentwicklung für langfristige Aspekte von Wirtschafts- und Kapitalmarktforschung.

Derzeit betreut FERI zusammen mit MLP ein Vermögen von 36,3 Mrd. Euro, darunter 8 Mrd. Euro Alternative Investments. Die FERI Gruppe unterhält neben dem Hauptsitz in Bad Homburg weitere Büros in Düsseldorf, Hamburg, München, Luxemburg, Wien und Zürich.



Pressekontakt

Katja Liese

Mitglied der Geschäftsleitung

Unternehmensstrategie, Marketing und Kommunikation

T +49 (0) 6172 916-3192

F +49 (0) 6172 916-1192

presse@feri.de

FERI AG

Rathausplatz 8-10

61348 Bad Homburg


Dr. Heinz-Werner Rapp
Dr. Heinz-Werner Rapp
Dr. Heinz-Werner Rapp
Dr. Heinz-Werner Rapp
Telefon
Kontakt
Login
Sprache
Katja Liese
Mitglied der Geschäftsleitung
Unternehmensstrategie, Marketing und Kommunikation

T +49 (0) 6172 916-3192
F +49 (0) 6172 916-1192
presse@feri.de

FERI AG
Rathausplatz 8-10
61348 Bad Homburg

Kontaktformular

Vielen Dank für Ihre Nachricht. Wir kommen auf Ihr Anliegen zurück.

Leider ist ein Fehler aufgetreten.

Zu Feri in:
KONTAKT
Telefon
Kontakt
Katja Liese
Mitglied der Geschäftsleitung
Unternehmensstrategie, Marketing und Kommunikation

T +49 (0) 6172 916-3192
F +49 (0) 6172 916-1192
presse@feri.de

FERI AG
Rathausplatz 8-10
61348 Bad Homburg

Kontaktformular

Vielen Dank für Ihre Nachricht. Wir kommen auf Ihr Anliegen zurück.

Leider ist ein Fehler aufgetreten.