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FERI Economics Update Februar 2020 – Corona-Virus: Gravierende Folgen für die Weltwirtschaft vorerst nicht in Sicht

Bad Homburg, 03.02.2020
von Axel D. Angermann, FERI AG
  • Epidemie dämpft chinesisches BIP-Wachstum im ersten Quartal
  • Dennoch leichte Erholung der Weltwirtschaft möglich
  • Phase 1-Abkommen zwischen USA und China mit begrenzter Wirkung

Die Verbreitung des Corona-Virus bremst auch die wirtschaftliche Dynamik in China. Bereits jetzt ist absehbar, dass das BIP-Wachstum im ersten Quartal 2020 aufgrund der Epidemie deutlich unter die 6%-Marke rutschen wird. Dennoch hält sich der negative Effekt insgesamt in Grenzen. Zum einen ruht die Produktion in weiten Teilen des Landes zum chinesischen Neujahrsfest ohnehin, und Verluste im stationären Einzelhandel können – anders als 2003 beim SARS-Virus – durch Onlinekäufe wenigstens zum Teil kompensiert werden. Die Erfahrung mit der SARS-Epidemie hat zudem gezeigt, dass es nach dem Abklingen einer Epidemie zu einem Aufholeffekt kommt, der die Wachstumsrate im folgenden Quartal wieder deutlich nach oben schnellen lässt. Selbst in einem Negativ-Szenario einer länger andauernden Epidemie ist fest davon auszugehen, dass die chinesische Führung mit konjunkturstützenden Maßnahmen gegensteuert.

Schon vor dem Ausbruch der Corona-Epidemie war damit zu rechnen, dass die Wachstumsdynamik Chinas im Laufe des Jahres 2020 unter die 6%-Marke sinkt. Eine grundsätzliche Neubewertung der Lage erscheint daher vorerst nicht notwendig. Das Risiko eines deutlichen Einbruchs der chinesischen Wirtschaft mit spürbaren negativen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft bleibt begrenzt. Die Chance, dass von China im laufenden Jahr spürbar positive Impulse auf die Weltwirtschaft ausgehen, sind allerdings ebenfalls sehr gering. Wir gehen deshalb unverändert davon aus, dass es zu einer temporären und moderaten Erholung der Weltwirtschaft kommt, erwarten aber weiterhin keinen kräftigen, längere Zeit andauernden neuen Aufschwung.

Teilabkommen verschafft Atempause

Mit der Unterzeichnung des Phase 1-Abkommens zwischen den USA und China am 15. Januar wurde eine wichtige Voraussetzung für eine moderat bessere weltwirtschaftliche Entwicklung im laufenden Jahr erfüllt. Tatsächlich könnte die Talfahrt der Industrie, vor allem in Europa, bald beendet sein. Die Stimmungsindikatoren und eine verbesserte Auftragslage deuten jedenfalls in diese Richtung. Dennoch sollten die positiven Effekte der „Waffenruhe“ im Handelskrieg nicht überschätzt werden. Das Abkommen bietet keine Lösung für die grundlegenden Konflikte zwischen den USA und China, vor allem nicht für die ungleiche Behandlung chinesischer Unternehmen und ausländischer Investoren auf dem chinesischen Markt. Zwar verschafft die Teileinigung der chinesischen Wirtschaft eine Atempause und mindert die Gefahr weiterer Zollerhöhungen, ändert aber nichts Grundsätzliches am Trend abnehmender Wachstumsraten Chinas.

Die expansive Geld- und Fiskalpolitik Chinas im zurückliegenden Jahr verhinderte einen stärkeren Einbruch der Wachstumsdynamik. Dass die Zentralbank zum Ende des Jahres nochmals den Mindestreservesatz und die Loan Prime Rate senkte, ist ein klares Zeichen dafür, dass die chinesische Führung die wirtschaftliche Situation trotz der Stabilisierung im vierten Quartal weiterhin kritisch sieht und zusätzliche geldpolitische Impulse als notwendig erachtet.


Über Axel D. Angermann

Axel D. Angermann analysiert als Chef-Volkswirt der FERI Gruppe die konjunkturellen und strukturellen Entwicklungen aller für die Asset Allocation wesentlichen Märkte. Diese Daten bilden die Grundlage für die strategische Ausrichtung der Vermögensanlagen der FERI.

Angermann verantwortet seit 2008 die von FERI erstellten Analysen und Prognosen für die Gesamtwirtschaft sowie einzelne Branchen. 2002 trat er als Branchenanalyst in das Unternehmen ein. Seine berufliche Karriere begann beim Max-Planck-Institut für Ökonomie und beim Verband der chemischen Industrie. Angermann studierte Volkswirtschaftslehre in Berlin und Bayreuth.


Über FERI AG

Die FERI Gruppe mit Hauptsitz in Bad Homburg wurde 1987 gegründet und hat sich zu einem der führenden Investmenthäuser im deutschsprachigen Raum entwickelt. Für institutionelle Investoren, Familienvermögen und Stiftungen bietet FERI maßgeschneiderte Lösungen in den Geschäftsfeldern:

Das 2016 gegründete FERI Cognitive Finance Institute agiert innerhalb der FERI Gruppe als strategisches Forschungszentrum und kreative Denkfabrik, mit klarem Fokus auf innovative Analysen und Methodenentwicklung für langfristige Aspekte von Wirtschafts- und Kapitalmarktforschung.

Derzeit betreut FERI zusammen mit MLP ein Vermögen von 38,1 Mrd. Euro, darunter 8,5 Mrd. Euro Alternative Investments. Die FERI Gruppe unterhält neben dem Hauptsitz in Bad Homburg weitere Büros in Düsseldorf, Hamburg, München, Luxemburg, Wien und Zürich.



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