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Markets Update September 2021 - Märkte: Bad news are good news – aber nur manchmal

Bad Homburg, 20.09.2021
von Dr. Eduard Baitinger, FERI
  • Schwache Konjunkturdaten aus China
  • Risikoszenarien verschärfen sich
  • Europäische Aktien bleiben dennoch interessant

Negative Konjunkturdaten prägen derzeit die Märkte. Vor allem die Datenlage in China hat sich merklich eingetrübt. Das Reich der Mitte bietet bis auf weiteres keine positiven Impulse für die globale Wirtschaft. Unternehmen haben ihre Ausblicke zum großen Teil nach unten revidiert. Konjunktursensitive Aktien zeigen sich relativ schwach, und wichtige Industrierohstoffe verlieren. Auch die Anleihemärkte senden ernstzunehmende Signale: Dort zeigen die Risikoaufschläge der Unternehmensanleihen zunehmend nach oben, weil Investoren an der Solvenz der Unternehmen zweifeln und höhere Risikoprämien verlangen.

Angesichts dieser Gemengelage ist es erstaunlich, dass globale Börsen zuletzt nicht stärker abverkauft wurden. Eine Erklärung dafür liefert die globale Geldpolitik: Die Notenbanken sind nach wie vor ultra-expansiv und versorgen die Märkte mit reichlich Liquidität. Das führt so weit, dass selbst schlechte Nachrichten von Marktteilnehmern positiv interpretiert werden – nach dem Motto: Schwache Konjunkturdaten sorgen für eine Fortsetzung der großzügigen Liquiditätsversorgung seitens der Notenbanken. Mittelfristig zeichnet sich jedoch eine Liquiditäts-Bremse ab: So hat die europäische Zentralbank bereits angekündigt, die Volumina der Anleihenkäufe zum Jahresende moderat zurückzufahren, die US-amerikanische Notenbank dürfte in den nächsten Wochen oder Monaten folgen. Wird die Liquidität dann wieder knapper, wird der Markt mit „Entzugserscheinungen“ reagieren. 

Europäische Aktien im Fokus 

Trotz Nachholpotenzial konnten europäische Aktien in den vergangenen Monaten nicht nachhaltig zulegen – auch weil sie stark vom Chinageschäft abhängen. Auch die anstehende Bundestagswahl sorgt für Zurückhaltung: Laut aktuellen Umfragen droht Deutschland ein Linksruck oder zumindest eine sehr zähe Regierungsbildung und somit eine längere Phase der Verunsicherung. Allerdings dürften diese Risikoszenarien von den Märkten bald größtenteils eingepreist und daher nur vorübergehend bestimmend sein.

In China wiederum ist das Bild derart schwach, dass schon bald stimulierende fiskalische und monetäre Gegenmaßnahmen zu erwarten sind – wieder nach dem Motto: „Bad news are good news.“ Trotz der Negativfaktoren dürfen professionelle Anleger Europa also nicht gänzlich abschreiben.


Über Dr. Eduard Baitinger

Dr. Eduard Baitinger ist seit 2015 Head of Asset Allocation in der FERI Gruppe. Er verantwortet den Bereich quantitative Asset Allocation der FERI Trust, wo er auch zahlreiche Forschungsprojekte steuert und koordiniert. In enger Abstimmung mit dem FERI-Vorstand und Chief Investment Officer, Dr. Heinz-Werner Rapp, vertritt er ferner die Anlagestrategie der FERI-Gruppe und deren Kommunikation an Mandanten und Kunden der FERI.

Vor seiner Tätigkeit bei FERI war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bremen und Finanzanalyst bei einem Asset Manager. 2010 schloss er sein Studium an der Universität Bremen, begleitet von einem Auslandsaufenthalt in New York, als Diplom Ökonom ab. 2014 promovierte Eduard Baitinger mit Auszeichnung über neue Ansätze für das quantitative Asset Management. Dr. Baitinger publiziert regelmäßig in akademischen Fachzeitschriften und fungiert als akademischer Gutachter.


Über FERI

Die FERI Gruppe mit Hauptsitz in Bad Homburg wurde 1987 gegründet und hat sich zu einem der führenden Investmenthäuser im deutschsprachigen Raum entwickelt. Für institutionelle Investoren, Familienvermögen und Stiftungen bietet FERI maßgeschneiderte Lösungen in den Geschäftsfeldern:

Das 2016 gegründete FERI Cognitive Finance Institute agiert innerhalb der FERI Gruppe als strategisches Forschungszentrum und kreative Denkfabrik, mit klarem Fokus auf innovative Analysen und Methodenentwicklung für langfristige Aspekte von Wirtschafts- und Kapitalmarktforschung.

Derzeit betreut FERI zusammen mit MLP ein Vermögen von 51,4 Mrd. Euro, darunter knapp 13 Mrd. Euro Alternative Investments. Die FERI Gruppe unterhält neben dem Hauptsitz in Bad Homburg weitere Standorte in Düsseldorf, Hamburg, München, Luxemburg, Wien und Zürich.



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