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Markets Update Juli 2021 – Aktienmärkte legen Atempause ein

Bad Homburg, 20.07.2021
von Dr. Eduard Baitinger
  • Nachlassende Dynamik aber keine Trendwende an den Märkten
  • Fallende Langfristzinsen beflügeln Technologieaktien
  • Zyklische Aktien könnten in zweiter Jahreshälfte nachlegen

Die Halbzeitbilanz der globalen Aktienmärkte kann sich sehen lassen. Nach der schnellen Erholung vom Corona-Crash im Jahr 2020 verzeichneten die Börsen auch in der ersten Jahreshälfte 2021 auf breiter Front Kursgewinne. Die fulminante Aufholjagd hat jedoch Kraft gekostet und es ist nicht unbedingt zu erwarten, dass sich die Märkte in den kommenden Monaten mit der gleichen Dynamik weiterentwickeln. Empirisch betrachtet ist die Rendite in der zweiten Jahreshälfte nach einem sehr guten ersten Halbjahr ohnehin stets geringer. Da die Aktienmärkte seit dem Corona-Tief sehr stark gestiegen sind - der MSCI World in Euro über 75 Prozent - ist deshalb jetzt mit langsameren Zuwächsen zu rechnen. Die Gefahr nachhaltiger Korrekturen oder gar eines Bärenmarktes ist dagegen gering. Diese Einschätzung wird durch die Analyse der Fundamentaldaten gestützt: Sowohl die globale Konjunktur als auch die Unternehmensgewinne sind trotz nachlassender Dynamik weit entfernt von rezessiven Tendenzen.

Märkte widerstehen Corona-Ängsten

Mit dem Ende der Corona-Restriktionen in vielen Ländern ist das Thema an den Märkten nicht mehr so dominant wie in den vergangenen Monaten. Dennoch bleibt eine gewisse Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Viruspandemie, vor allem wegen der Verbreitung der hochansteckenden Delta-Variante. Die Aktienmärkte reagierten dementsprechend uneinheitlich. Während konjunktursensitive Werte nachgaben, konnten Titel, die zu den sogenannten Pandemie-Gewinnern gehören, zulegen. Gefragt waren besonders die großen Technologiewerte. Der Kursanstieg in diesem Sektor wurde durch die fallenden Langfristzinsen zusätzlich beflügelt. Da die Technologiewerte mit ihrer hohen Kapitalisierung den Markt dominieren, haben sich die Börsen insgesamt freundlich entwickelt. Davon profitieren konnten in den vergangenen Wochen Anleger, die sich an der Benchmark orientieren. Investoren, die in zyklischen Segmenten übergewichtet waren, hatten dagegen das Nachsehen. An den Anleihemärkten wurden die Kurse von den gesunkenen Langfristzinsen überproportional angetrieben.

Zyklische Aktien nicht vorschnell abschreiben

Trotz der relativen Schwäche zyklischer Aktien bestehen berechtigte Hoffnungen auf eine Trendwende für dieses Segment im Jahresverlauf. Zum einen ist die Durchimpfungsquote der Bevölkerung - vor allem in den Industriestaaten - deutlich höher als vor der Corona-Welle im Herbst 2020. Zum anderen könnte die globale Konjunktur noch für positive Überraschungen sorgen. So zeichnet sich ab, dass China die geldpolitischen Zügel in der zweiten Jahreshälfte wieder lockern könnte. Für die Weltwirtschaft wäre das ein positives Signal. Zudem erholt sich der US-Arbeitsmarkt in großen Schritten, was auf einen deutlichen Zuwachs an neuen Jobs im Spätsommer hoffen lässt. In diesem Fall würde das neue Impulse für den konjunktursensitiven Bereich des Aktienmarktes mit sich bringen. Professionelle Anleger sollten vor diesem Hintergrund den zyklischen Aktienanteil in ihren Portfolios schwächer gewichten und auf bessere Zeitpunkte für den Einstieg warten.


Über Dr. Eduard Baitinger

Dr. Eduard Baitinger ist seit 2015 Head of Asset Allocation in der FERI Gruppe. Er verantwortet den Bereich quantitative Asset Allocation der FERI Trust, wo er auch zahlreiche Forschungsprojekte steuert und koordiniert. In enger Abstimmung mit dem FERI-Vorstand und Chief Investment Officer, Dr. Heinz-Werner Rapp, vertritt er ferner die Anlagestrategie der FERI-Gruppe und deren Kommunikation an Mandanten und Kunden der FERI.

Vor seiner Tätigkeit bei FERI war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bremen und Finanzanalyst bei einem Asset Manager. 2010 schloss er sein Studium an der Universität Bremen, begleitet von einem Auslandsaufenthalt in New York, als Diplom Ökonom ab. 2014 promovierte Eduard Baitinger mit Auszeichnung über neue Ansätze für das quantitative Asset Management. Dr. Baitinger publiziert regelmäßig in akademischen Fachzeitschriften und fungiert als akademischer Gutachter.

Über FERI

Die FERI Gruppe mit Hauptsitz in Bad Homburg wurde 1987 gegründet und hat sich zu einem der führenden Investmenthäuser im deutschsprachigen Raum entwickelt. Für institutionelle Investoren, Familienvermögen und Stiftungen bietet FERI maßgeschneiderte Lösungen in den Geschäftsfeldern:

Das 2016 gegründete FERI Cognitive Finance Institute agiert innerhalb der FERI Gruppe als strategisches Forschungszentrum und kreative Denkfabrik, mit klarem Fokus auf innovative Analysen und Methodenentwicklung für langfristige Aspekte von Wirtschafts- und Kapitalmarktforschung.

Derzeit betreut FERI zusammen mit MLP ein Vermögen von 48,2 Mrd. Euro, darunter 12,2 Mrd. Euro Alternative Investments. Die FERI Gruppe unterhält neben dem Hauptsitz in Bad Homburg weitere Büros in Düsseldorf, Hamburg, München, Luxemburg, Wien und Zürich.



Pressekontakt

Katja Liese

Mitglied der Geschäftsleitung

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