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FERI Markets Update August 2020 - Gefährliche Fragmentierung der globalen Aktienmärkte

Bad Homburg, 24.08.2020
von FERI, Dr. Eduard Baitinger
  • Starke Divergenzen an den globalen Aktienmärkten
  • Moderate Zinserwartungen dominieren die Märkte
  • Beschleunigte CoViD19-Impfstoffentwicklung im Fokus   

Die globalen Aktienmärkte zeigen seit einigen Wochen eine zunehmende Divergenz zwischen den USA und dem Rest der Welt. Die US-Märkte eilen von Hoch zu Hoch, hauptsächlich angetrieben von wenigen Schwergewichten im Technologiesektor. Der Rest der Welt tritt, mit Ausnahme der Schwellenländer, die vom schwachen Dollar profitieren, auf der Stelle. Die teilweise exorbitanten Bewertungen der Megacaps – Apple hat als erstes Unternehmen überhaupt eine Marktkapitalisierung von 2 Billionen USD erreicht – reflektieren nicht nur anhaltende Begeisterung für den Technologiesektor, sondern sind vor allem eine Folge des tiefen Zinsniveaus. 

An den Finanzmärkten herrscht derzeit der Glaube vor, dass die Zinsen noch über Jahre hinaus extrem tief bleiben werden. Dabei ist jedoch kaum zu übersehen, dass sich das Zinsniveau in einem besorgniserregenden Ausmaß von den fundamentalen Daten abgekoppelt hat. Die globalen Notenbanken, allen voran die US-amerikanische FED, vollziehen aktuell einen gefährlichen Balanceakt: Auf der einen Seite schüren sie die Erwartung dauerhaft niedriger Leitzinsen, auf der anderen Seite steigt aufgrund besser werdender Wirtschaftsdaten der Druck auf die gesamte Zinsstruktur. Damit baut sich an der Zinsfront zunehmende Spannung auf, die sich irgendwann abrupt entladen könnte.  

Märkte am Tropf der Zinspolitik

Auslöser für einen raschen Zinsanstieg könnte eine baldige Zulassung neuer CoViD19-Impfstoffe sein. Sobald einer oder mehrere wirksame Impfstoffe für den weltweiten Einsatz zur Verfügung stehen, dürften die Finanzmärkte deutlich verbesserte Konjunkturaussichten einpreisen. Ein Kursfeuerwerk ist in diesem Fall jedoch nicht das Hauptszenario. Wahrscheinlicher ist vielmehr, dass die Märkte auf die Nachricht effektiver Impfstoffe mit Zurückhaltung reagieren oder es sogar zu Korrekturen kommt. Nach dem Motto „good news are bad news“ reagieren Märkte, die stark von der Zinspolitik abhängen, häufig „invers“ auf gute Wirtschaftsnachrichten: die Erwartung höherer Zinsen überwiegt dann den positiven konjunkturellen Effekt. Investoren, die sich auf dieses Szenario vorbereiten wollen, sollten damit beginnen, konjunktursensitive Sektoren in ihrem Portfolio höher zu gewichten. Diese Sektoren weisen deutlich bessere Bewertungen auf und sind daher weniger abhängig vom Zinsgeschehen. Zwar dürfte die US-Notenbank weiter versuchen, das Zinsumfeld aktiv zu dämpfen; angesichts steigender Inflationserwartungen in den USA wird dies jedoch zunehmend schwieriger.  


Über FERI

Die FERI Gruppe mit Hauptsitz in Bad Homburg wurde 1987 gegründet und hat sich zu einem der führenden Investmenthäuser im deutschsprachigen Raum entwickelt. Für institutionelle Investoren, Familienvermögen und Stiftungen bietet FERI maßgeschneiderte Lösungen in den Geschäftsfeldern:

Das 2016 gegründete FERI Cognitive Finance Institute agiert innerhalb der FERI Gruppe als strategisches Forschungszentrum und kreative Denkfabrik, mit klarem Fokus auf innovative Analysen und Methodenentwicklung für langfristige Aspekte von Wirtschafts- und Kapitalmarktforschung.

Derzeit betreut FERI zusammen mit MLP ein Vermögen von 39,6 Mrd. Euro, darunter 9 Mrd. Euro Alternative Investments. Die FERI Gruppe unterhält neben dem Hauptsitz in Bad Homburg weitere Büros in Düsseldorf, Hamburg, München, Luxemburg, Wien und Zürich.


Über Dr. Eduard Baitinger

Dr. Eduard Baitinger ist seit 2015 Head of Asset Allocation in der FERI Gruppe. Er verantwortet den Bereich quantitative Asset Allocation der FERI Trust, wo er auch zahlreiche Forschungsprojekte steuert und koordiniert. In enger Abstimmung mit dem FERI-Vorstand und Chief Investment Officer, Dr. Heinz-Werner Rapp, vertritt er ferner die Anlagestrategie der FERI-Gruppe und deren Kommunikation an Mandanten und Kunden der FERI.

Vor seiner Tätigkeit bei FERI war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bremen und Finanzanalyst bei einem Asset Manager. 2010 schloss er sein Studium an der Universität Bremen, begleitet von einem Auslandsaufenthalt in New York, als Diplom Ökonom ab. 2014 promovierte Eduard Baitinger mit Auszeichnung über neue Ansätze für das quantitative Asset Management. Dr. Baitinger publiziert regelmäßig in akademischen Fachzeitschriften und fungiert als akademischer Gutachter.



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