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FERI Economics Update Mai 2020 – Welche Folgen hat die Corona-Pandemie für die Inflation?

Bad Homburg, 04.05.2020
von FERI AG, Axel D. Angermann
  • Kurzfristig überwiegen deflatorische Effekte
  • Inflation dürfte in diesem Jahr nur wenig mehr als 1 Prozent betragen
  • Demographie, Digitalisierung und Globalisierung als langfristige Preisdämpfer

Zu den derzeit viel diskutierten Folgen der Corona-Pandemie gehört der Einfluss auf die Inflation. Kurzfristig ist die Antwort klar: Der massive Einbruch der Wirtschaft und der drastische Rückgang der Investitions- und Konsumnachfrage haben eine deflatorische Wirkung. Die Inflationsrate lag in Deutschland im April unter der Marke von 1 Prozent, was allerdings auch den deutlich sinkenden Energiekosten geschuldet war. Aber auch die Kerninflation, die kurzfristig schwankende Energie- und Nahrungsmittelpreise nicht berücksichtigt, ist im April auf 1,2 Prozent gefallen. Im Jahresdurchschnitt dürfte die Inflation kaum über einen Wert von 1 Prozent hinauskommen, und auch im kommenden Jahr ist ein deutlicher Anstieg der Verbraucherpreise aufgrund der anhaltenden Wirkungen der Corona-Krise auf die Wirtschaft unwahrscheinlich.

Langfristige Folgen der expansiven Geldpolitik unklar

Wie sich die Krise allerdings langfristig auf die Preisstabilität auswirkt, ist weniger klar. Für einen deutlichen Inflationsschub spricht die erneute massive Geldflut infolge der umfangreichen staatlichen Hilfsprogramme. Es ist zu erwarten, dass die Notenbanken die Wirtschaft noch lange mit reichlich Liquidität versorgen werden. Selbst wenn die Inflation eines Tages wieder steigen sollte, ist nicht davon auszugehen, dass die Notenbanken auf einen restriktiveren Kurs umschwenken, zumal höhere Inflationsraten den Staaten die Bedienung ihrer exorbitanten Schulden erleichtern. Langfristig preissteigernd dürfte auch wirken, dass sich die Unternehmen insgesamt robuster aufstellen werden. Wenn sie ihre Lieferketten diversifizieren, die Lagerhaltung erhöhen und Standortentscheidungen nicht mehr so stark wie bisher von Effizienzgesichtspunkten abhängig machen, hat dies tendenziell höhere Kosten zur Folge. Steigt die Nachfrage wieder an, haben die Unternehmen gute Chancen, diese Kostensteigerungen in den Preisen weiterzugeben.

Globale Megatrends wirken inflationsdämpfend

Auf der anderen Seite gibt es allerdings strukturelle Faktoren, die weiterhin inflationsdämpfend wirken. Dazu zählt allen voran der demographische Wandel, der sich in den kommenden Jahren zunehmend bemerkbar machen und zu einem deutlichen Rückgang des Potenzialwachstums führen wird. Der zweite wesentliche Faktor ist die Digitalisierung, die aller Voraussicht nach durch die Corona-Krise einen zusätzlichen Schub erhält. Die daraus resultierenden Produktivitätsgewinne begrenzen ebenfalls das Inflationspotenzial. Als drittes wäre der globale Wettbewerb zu nennen: Zwar dürfte der Welthandel in den kommenden Jahren potenziell weniger stark zulegen als die globale Wirtschaftsleistung. Der grenzüberschreitende Wettbewerb bleibt jedoch grundsätzlich bestehen, was auch weiterhin preisdämpfend wirken wird.

Insgesamt lässt das Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren eine moderat steigende Inflation im laufenden Jahrzehnt erwarten. Im Euroraum könnte das andauernde Unterschreiten des Inflationsziels
von nahe 2 Prozent bald der Vergangenheit angehören. Inflationsraten jenseits der 5 Prozent-Marke
sind aber vorläufig nicht in Sicht.


Über FERI AG

Die FERI Gruppe mit Hauptsitz in Bad Homburg wurde 1987 gegründet und hat sich zu einem der führenden Investmenthäuser im deutschsprachigen Raum entwickelt. Für institutionelle Investoren, Familienvermögen und Stiftungen bietet FERI maßgeschneiderte Lösungen in den Geschäftsfeldern:

Das 2016 gegründete FERI Cognitive Finance Institute agiert innerhalb der FERI Gruppe als strategisches Forschungszentrum und kreative Denkfabrik, mit klarem Fokus auf innovative Analysen und Methodenentwicklung für langfristige Aspekte von Wirtschafts- und Kapitalmarktforschung.

Derzeit betreut FERI zusammen mit MLP ein Vermögen von 39,2 Mrd. Euro, darunter 8,5 Mrd. Euro Alternative Investments. Die FERI Gruppe unterhält neben dem Hauptsitz in Bad Homburg weitere Büros in Düsseldorf, Hamburg, München, Luxemburg, Wien und Zürich.


Über Axel D. Angermann

Axel D. Angermann analysiert als Chef-Volkswirt der FERI Gruppe die konjunkturellen und strukturellen Entwicklungen aller für die Asset Allocation wesentlichen Märkte. Diese Daten bilden die Grundlage für die strategische Ausrichtung der Vermögensanlagen der FERI.

Angermann verantwortet seit 2008 die von FERI erstellten Analysen und Prognosen für die Gesamtwirtschaft sowie einzelne Branchen. 2002 trat er als Branchenanalyst in das Unternehmen ein. Seine berufliche Karriere begann beim Max-Planck-Institut für Ökonomie und beim Verband der chemischen Industrie. Angermann studierte Volkswirtschaftslehre in Berlin und Bayreuth.



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